ARBEITSPLÄTZE

In Sievershausen arbeiten laut ALDI etwa 200 Beschäftigte. Ungefähr die Hälfte arbeitet im eigentlichen Lager, die andere Hälfte in Verwaltung, Fuhrpark und sonstigen Bereichen. Etwa 75 Mitarbeitende kommen aus Lehrte. Wie viele dieser Arbeitsplätze Vollzeitstellen, Teilzeitstellen oder Minijobs sind, ist unklar. Die Sorge, dass die Arbeitsplätze hier verloren gehen, prägt die bisherige Diskussion.

Bislang gibt es von Aldi keine festen Zusagen, die 200 Arbeitsplätze über eine bestimmte Zahl von Jahren zu erhalten, wenn am neuen Standort gebaut werden darf. Da nach Medienberichten an anderen Standorten von Aldi hunderte Beschäftigte um ihren Job fürchten (siehe HIER), wäre eine verbindliche Zusage für die Beschäftigen in Lehrte wünschenswert.

Bei einer Ablehnung des Bauantrags wird Aldi vermutlich in anderen Kommunen nach alternativen Standorten suchen. Möglicherweise finden sich dort besser geeignete Standorte als in Lehrte: bereits versiegelte Industriebrachen abseits von Wohnbebauung oder zukünftig möglicherweise nicht mehr genutzte Messe- oder Flughafeneinrichtungen. Ob die ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen eines Logistikzentrums dort vertretbar sind, darüber müssen die betroffenen anderen Kommunen jeweils selber entscheiden.

Alternativ könnte ALDI bei seinem bisherigen, kleinteiligen Logistikkonzept bleiben. Das würde besser zu den verfügbaren Flächen in Lehrte (und auch anderswo) passen. Damit könnten die Arbeitsplätze hier erhalten bleiben. 

ALDI erklärt, dass das neue Logistikzentrum Teil einer Optimierung des Logistiknetzes ist. Es geht bei dem Neubau um Kostensenkung und höhere Gewinne durch größere Logistikzentren. Die Logistik von ALDI funktioniert bislang jedoch auch mit kleineren Lagern wie in Sievershausen. Das ist inzwischen bautechnisch verbraucht. Könnte aber an gleicher Stelle in ähnlicher Weise neu errichtet werden. Das wäre betriebswirtschaftlich allerdings nicht so vorteilhaft wie eine "große" Neubaulösung.

Wenn eine "kleine Lösung" nicht gewollt ist, wird es wohl für einzelne Arbeitnehmer zu längeren Fahrzeiten oder einem Wechsel des Arbeitgebers kommen. Das wäre für die Betroffenen mit großen persönlichen Belastungen verbunden. Wenn Aldi sich für einen Umzug entscheidet, muss Aldi diesen Prozess sozialverträglich gestalten.

Die Nachnutzung des bisherigen Aldi-Gelände bietet auch Chancen. Dort werden wieder neue Arbeitsplätze entstehen - womöglich durch andere Unternehmen aus dem Logistikbereich. Die könnten dann möglicherweise auf erfahrene ALDI-Mitarbeiter zurückgreifen.

Und dann sind da noch die anderen Unternehmen in Lehrte. Die Stadt Lehrte muss die Perspektiven der anderen 14.000 Beschäftigten in der Stadt im Blick behalten. Nicht nur die von 75 oder 200 ALDI-Mitarbeitern. Und viele andere Unternehmen haben keinen Platz, um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Hier werden ebenfalls Lösungen gebraucht. Und der Platz in Lehrte ist endlich.

In Lehrte-Nord werden für 200 Arbeitsplätze 17 Hektar Fläche verbraucht. Auf jedem Hektar (= 10.000 m²) arbeiten dann etwa 12 Arbeitnehmer. Das ist ein gigantischer Flächenverbrauch. Bei anderen Gewerbegebieten entstehen im Durchschnitt dreimal so viele Arbeitsplätze auf so einer Fläche. Bisweilen ist es auch das Vierfache.

 
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