UMWELTSCHUTZ

Eingriffe in die Natur

  • Versiegelung einer Ackerfläche von 120.000 m². Die Front des Gebäudes ist 327m lang. Das ist so weit wie von der Ringstraße bis zur Hermann-Löns-Straße.

  • die Hälfte des Regenwassers auf der Fläche wird der Grundwasserneubildung entzogen. Es wird über Gräben abgeleitet. Und das obwohl der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren ohnehin schon gesunken ist.

  • 124 Bäume (vorwiegend Stieleichen) und zahlreiche Büsche werden gefällt. Die Baumreihe auf dem Gelände ist ein Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Zudem nehmen die Bäume und Büsche CO2 aus der Luft auf und produzieren Sauerstoff.

  • zusätzlicher Verkehr sorgt für Lärm, Feinstaub, Luftverschmutzung  und Verkehrsunfälle in und um Lehrte.

Ausgleichsmaßnahmen

Um ökologische Schäden durch Bauprojekte auszugleichen, sind Ausgleichsmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben. Die Maßnahmen haben unterschiedliche Punktwerte. Hier sind vorgesehen:

  • Im Schatten der mindestens 14 m hohen Hallenwand ist die Pflanzung von jungen Eichen in den Versickerungsmulden für das Regenwasser vorgesehen. Sogar der Gutachter von Aldi bezweifelt, dass die Eichen dort ihre volle Größe erreichen.

  • In Grafhorn und Röddensen werden landwirtschaftliche Flächen aufgewertet. Sowohl Grafhorn als auch Röddensen sind weit weg von dem Ort, an dem der ökologische Schaden angerichtet wird.

  • Auf einer Parzelle im Landkreis Celle werden durch Trockenheit geschädigte Kiefern durch resistentere Baumarten ersetzt. Dies ist ohnehin nötig. Die Maßnahme ist also eher ein Sparprogramm für die Forstbehörde.

  • Auf der Hälfte der Dachfläche ist eine Begrünung vorgesehen. 

  • Einige Häuser in Aligse erhalten einen passiven Lärmschutz.

​Rein rechnerisch wird der gesetzlich vorgeschriebene Kompensationspunktwert erreicht. Die Ausgleichsmaßnehmen genügen den gesetzlichen Vorgaben. Die Funktion der Fläche für die Natur wird jedoch nicht ausgeglichen. Das geht weitestgehend verloren:

  • Eine teilweise Dachbegrünung auf einer Logistikhalle kann den Verlust von 124 Bäumen als Lebensraum für Insekten, Vögel, Kleinsäuger und Wild, das dort regelmäßig zu beobachten ist, nicht ersetzen.

  • Ebensowenig hilft es den Populationen vor Ort, wenn in Röddensen und Grafhorn Ackerflächen in Wiesen umgewandelt werden.

  • Eine ohnehin fällige Aufforstung weitab im Landkreis Celle erst recht nicht.


Der Bereich zwischen Aligse und der nördlichen Kernstadt wird von vielen Menschen als unkomplizierte Möglichkeit für Aktivitäten an der frischen Luft gleich vor ihrer Haustür genutzt. Die Naherholungsfunktion des Gebietes entfällt komplett, da das Landschaftsbild vollständig zerstört wird.


Zusätzlich zu den gesetzlich verpflichtenden Ausgleichsmaßnahmen hat sich ALDI verpflichtet, auch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu installieren. Wie groß diese Fläche ausfallen soll und wie eine Photovoltaik-Anlage mit einer funktionstüchtigen Dachbegrünung in Einklang gebracht werden kann, darüber gibt es keine verbindlichen Vereinbarungen. Da inzwischen klar ist, dass Strom durch CO2-Abgaben teurer wird, werden Photovoltaik-Anlagen auf Industriehallen zunehmend wirtschaftlicher und gehören zur Standardausstattung. Diese (weitgehend unverbindliche) Zusage hat also weniger mit einem Ausgleich ökologischer Schäden als mit wirtschaftlichen Vorteilen für Aldi zu tun.

Auch ansonsten ist nichts darüber bekannt, ob der ALDI-Logistikkomplex besonders innovativ sein wird, beispielsweise um die aktuellen Klimaziele zu erreichen:

  • Untersuchung des Bauvorhabens auf CO2-neutrale Alternativen

  • CO2-neutrale Heizung, Kühlung, bzw. Klimatisierung beispielsweise durch Wärmepumpen und Geothermie

  • Beleuchtung mit LED

  • alternative Antriebsarten (grüner Strom, Wasserstoff) für die LKW-Flotte

 

170.000 m² Ackerfläche in Aligse

Darstellung zum Weltbodentag am 5. Dezember 2020.


Die Grafik am Ende wurde vom Verein für Dorferhaltung in Aligse zur Verfügung gestellt. Sie umfasst bereits den 2. Bauabschnitt. Die Farbgebung der Gebäude wird in der Realität vermutlich eine andere sein.

 
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Halbierung der Grundwasserneubildung

"Der Verlust von Bodenressourcen durch die Urbanisierung und die Umgestaltung unserer Landschaft ist für Europa eine der größten ökologischen Herausforderungen. Es ist dringend notwendig, diese wertvolle Ressource klüger zu nutzen, um dafür zu sorgen, dass ihr unverzichtbarer Nutzen künftigen Generationen erhalten bleibt. Wir können unsere Chancen auf eine nachhaltige Zukunft nicht einfach zupflastern."


Weitere Erkenntnisse ergeben sich aus einem Forschungsprojekt der Universität Freiburg.

 
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Noch mehr Verkehr in Lehrte

Die negativen Begleiterscheinungen des Verkehrs betreffen ganz Lehrte. Insbesondere, wenn die Autobahn verstopft ist. Dann läuft alles durch die Kernstadt. Lärm, Abgas, Unfallgefahren.

ALDI konzentriert seine Logistik. Deshalb ist zu erwarten, dass weitere ALDI-Filialen von Lehrte aus beliefert werden. 

 
 
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